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Vortrag von Jakub Forst-Battaglia

ÖKV Förderkreis

2018-02-15
 

In einem beeindruckenden Parcours über zehn Jahrhunderte durch die Geschichte Osteuropas beschrieb Bot.i.R. Dr. Jakub Forst-Battaglia den Aufstieg und den Fall der Staaten im Osten Europas, ihre Integration in Reiche und den Zerfall derselben.

Jakub Forst-BattagliaAusgehend von Cyrill und Method, die nicht nur missionierten, sondern auch die Bibel in die slawische Sprache übersetzten und diese im Gottesdienst verwendeten, führte die Darstellung über die Kiewer Rus zum Moskauer Reich und die Ausweitung der russischen Einflusszone über die Jahrhunderte. Der Vortragende würdigte die Polnisch-Litauische Union, die als mitteleuropäischer Staat aber nicht dem Heiligen Römischen Reich angehörte und das polnische Wahlkönigtum mit seinen selbstbewussten Ständen und deren Widerstandsrecht. Die slawische Welt hat sich immer als Teil Europas gefühlt, betonte Forst-Battaglia und erinnerte an Papst Johannes Paul II.: „Ich bin der slawische Papst“.

Nach den tragischen Teilungen Polens im 18. Jahrhundert entsteht dieses nach dem Ersten Weltkrieg neu - eingezwängt zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Mit dem Zerfall des kommunistischen Systems bricht die Zeit der nationalen Freiheit an und die Einheit Europas wird wiederhergestellt. Heute fühlt sich der Osten Europas, insbesondere Russland, dem Westen gegenüber moralisch überlegen, dem es Dekadenz und Verrat vorwirft. Gleichzeitig findet eine Desillusionierung in Bezug auf die Europäische Union statt.

Der Abend endete nach einer intensiven Frage-und-Antwort-Stunde wie immer mit angeregten Gesprächen bei einem Glas Wein oder, angesichts des Aschermittwochs, bei einem Glas Wasser…  

Bilder: Michael Dippelreiter

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