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Stefan Zweig – ein Österreicher von Gestern?

2017-06-13
 

In der letzten Veranstaltung der Österreichischen Kulturvereinigung vor der Sommerpause sprach der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Klemens Renoldner am 12. Juni über einen Autor, der selbst 75 Jahre nach seinem Tod noch großes Publikumsinteresse hervorruft: Stefan Zweig.

Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal referierte Renoldner sowohl über Zweigs äußere Lebensumstände als Flüchtling, als auch über dessen inneres Erleben von Staatenlosigkeit und Heimatverlust, nicht selten gepaart mit trügerischen Hoffnungen an Brasilien, das „Land der Zukunft“. Kritik übte Renoldner an der gängigen Ansicht, Zweig hätte in seinem Werk den Habsburgermythos beschworen oder wäre gar ein Nostalgiker der Monarchie gewesen. Zweig sah sich selbst vielmehr als Kosmopoliten, der die Werte des Bildungsbürgertums und einen Fortschrittsglauben vertrat. Zum Abschluss sprach Renoldner über den Freitod Zweigs und seiner Gattin und schloss mit einem Zitat von Michel de Montaigne, dessen Werk sich Zweig zuletzt intensiv gewidmet hatte: „Leben - heißt dienen, unter der Bedingung, dass einem das Sterben freisteht ... Der Tod ist das große Heimkehren.“

Nach zahlreichen Fragen aus dem Publikum klang der Abend in gewohnt lockerer Atmosphäre bei einem Glas Wein aus.

Text: Tobias Salfellner

 

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