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Rudi Agstner: Mensch, Botschafter, kritischer Bürger

ÖKV Förderkreis

2020-02-21
 

Persönlich wie selten zuvor war der Abend am 19.02.2020 im Saal der Kulturvereinigung. Brigitte Agstner las aus den Büchern ihres 2016 verstorbenen Ehemannes, des Diplomaten und Historikers Rudolf Agstner. Dabei spannte sie nicht nur einen Bogen über zahlreiche gemeinsame Dienstorte, sondern vor allem auch über die umfassende literarische und wissenschaftliche Tätigkeit von Rudolf Agstner, im Rahmen derer er 15 Bücher und über 200 Artikel über die Geschichte der österreich-ungarischen bzw. österreichischen diplomatischen Vertretungsbehörden publizierte.

So begann die Reise im Sudan des 19. Jahrhunderts und mit dem kläglich gescheiterten Versuch eine gigantische Sammlung von Tieren zum Zweck der Ausstellung in der k.u.k. Menagerie nach Europa zu verschiffen. Über die ersten diplomatischen Vertreter der k.u.k. Monarchie in den Vereinigten Staaten sowie diplomatische Verwirrungen rund um die Einrichtung einer österreichischen Botschaft in Washington, ging es weiter zu ernsteren Themen (Verlust des Palazzo di Venezia im ersten Weltkrieg, heute Sitz des italienischen Generalkonsuls in Istanbul). Aber auch heitere „Geschichten und „G’schichterln“, wie etwa die vom österreichischen Botschafter vermeldeten „Skandale“ rund um die Suffragetten in London waren Teil der Lesung. Als Höhepunkt des Abends las Brigitte Agstner aus den von Rudolf Agstner editierten Erinnerungen von Lore Trenkler, der österreichischen Köchin des äthiopischen Kaisers Haile Selassie.  

Der Abend endete mit Fragen über das Leben und Schaffen von Rudolf Agstner, aber auch mit zahlreichen Wortmeldungen und Erinnerungen jener, die mit diesem durch Beruf oder Freundschaft eng verbunden waren. In ihrem Nachruf an Rudolf Agstner schrieb die ehemalige Außenministerin Karin Kneissl: „Auch ich wollte diesem wunderbaren Ratgeber noch viele Fragen stellen.“

Text: Tobias Salfellner
Bilder: M. Dippelreiter

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