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ÖKV Kongressband zu "1968" präsentiert

ÖKV Förderkreis

2018-07-06
 

In einem furiosen intellektuellen Feuerwerk ist mit der Präsentation des Kongressbandes "1968 in Österreich - Aufbruch oder Scheitern" am 5. Juli das erste Halbjahr zu Ende gegangen.

Präsentation des ÖKV Kongressbandes zu 1968Herausgeber Maria und Michael Dippelreiter berichteten bei der "Vorpräsentation für elitäres Publikum" über das Zustandekommen des Werkes, das durch die außerordentliche Zusammenarbeit der Referenten innerhalb von 6 Monaten vorlag. Sie fassten die wichtigsten Aussagen der Autoren präzise und pointiert zusammen.

1968 in Österreich unterschied sich von den damaligen Ereignissen in Frankreich, Deutschland oder gar in der Tschechoslowakei grundlegend durch zahlreiche Faktoren. In Österreich hatten sich die Veränderungen bereits vorher angekündigt, als wichtigste Ergebnisse seien wohl die Veränderung der Diskussionskultur und das erkämpfte Hinterfragen von Autoritäten zu verorten. Anarchie habe es lediglich in der Kunst gegeben, in den anderen Bereichen sei es weitgehend friedlich und zivilisiert zugegangen. Dennoch bleibe 1968 eine Chiffre, die mit einem Paradigmenwechsel in Österreich verbunden wird.

DiskussionIn der anschließenden Diskussion, an der auch fünf Autoren teilnahmen, unterstrich Irmtraut Karlsson die Wichtigkeit der Heranziehung von Zeitzeugen, von denen jeder einen besonderen Aspekt der damaligen Ereignisse beleuchtet hatte. Heinrich Neisser wies darauf hin, dass eine abschließende Beurteilung des Jahres 1968 wohl erst in einigen Jahren möglich sein werde. Werner Lenz hob hervor, dass seit damals auch die Universitäten begannen, sich mit gesellschaftlichen Themen zu befassen. Peter Pawlowsky unterstrich die Bedeutung der Religion im öffentlichen Diskurs. Die bisher gewohnte Autorität der katholische Kirche sei mit 1968 massiv in Frage gestellt worden. Schließlich erwähnte Ernst Bruckmüller, dass Veränderungen auf konservativer Seite schon vorher initiiert worden waren. Interessant sei der "Gang durch die Institutionen" der damaligen "Revolutionäre", die später führende Positionen im politischen System eingenommen hätten. Andere Diskussionsteilnehmer erinnerten an die durch die Infragestellung des bisherigen Wertekonsenses hervorgerufenen tiefen Gräben in einzelnen Familien.

Das Buch, das wieder im renommierten Wieser-Verlag erschienen ist, wurde durch die "Buchhandlung beim Augarten" bereit gestellt und ist ab jetzt im Buchhandel erhältlich.

Der Abend schloss wie immer mit äußert angeregten Gesprächen bei Brötchen und Wein. Es war ein gelungener Abschluss vor der Sommerpause!

Text: Christian Prosl
Fotos: Andreas Wenninger

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