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Italien und die Wende 1989/90

2017-09-14
 

Mit einem hochinteressanten und spannenden Vortrag über die Wendejahre in Italien ab 1989 eröffnete Dozentin Dr. Maddalena Guiotto den Vortragsreigen des heurigen Herbstes.

Sie stellte einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa mit dem Niedergang der kommunistischen Partei Italiens dar, was wiederum die Auflösung der bis dahin über 50 Jahre regierenden Democrazia Cristiana und der sozialistischen Partei zur Folge hatte.

Dr. Maddalena Guiotto beim Vortrag in der ÖKVDer Verlust des langjährigen gemeinsamen Gegners, der an die 30% der Stimmen vereint hatte, aber nie an der Regierung beteiligt worden war, schwächte die Position der beiden bisherigen Großparteien, da die Italiener nun „frei“ wählen konnten. Neue, kleine Parteien traten auf, die Wahlrechtsreform vom Verhältniswahlrecht zum  Mehrheitswahlrecht sowie die Korruptionsprozesse gegen Vertreter der Regierungsparteien taten ihr Übriges.

Dazu kamen der Beitritt Italiens zum Euro und das weitgehende Fehlen der damit notwendigen Reformen, was zu einer schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes führte. Diese Entwicklungen brachten die Auflösung der Democrazia Cristiana und des Partito Socialista und das Erstarken der separatistischen und später nationalen rechten Bewegungen. 1996 kam es zum ersten echten Regierungswechsel in der Nachkriegszeit.

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