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Geschichte

Cover der Broschüre 70 Jahre ÖKV

Der einfachste Weg die Geschichte der Österreichischen Kulturvereinigung sowohl im Überblick als auch in vielen anschaulichen Details kennenzulernen führt direkt ins virtuelle Museum der ÖKV. In dieser Online-Ausstellung finden Sie viele Informationen und Dokumente, die Sie nach Ihren individuellen Interessen sortieren und durchstöbern können.

Die Jubiläumsbroschüre zum 70. Gründungsjahr der ÖKV (Download) bietet eine reich illustrierte Zusammenfassung der Aktivitäten seit 1945, die Sie über unser Büro auch in gedruckter Version bestellen können.

 

Die Gründung
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründeten maßgebliche Kulturschaffende wie Egon Seefehlner, Josef Krips, Raoul Aslan, Willi Forst, Herbert Boeckl, Otto Mauer und Ludwig Adamovich (ehemaliger Justizminister) unter der Federführung von Hans Perntner, einem aus dem Konzentrationslager entlassenen ehemaligen Unterrichtsminister, die „Österreichische Kulturvereinigung“. Sie erkannten die Notwendigkeit, in der damaligen Situation des totalen Niedergangs ihren Zeitgenossen die Kultur als unverzichtbaren Teil der menschlichen Existenz ins Bewußtsein zu rufen. Im ersten Jahrzehnt nach der Gründung sah man die besondere Aufgabe darin, den unterbrochenen Zugang zur europäischen Kulturentwicklung wieder aufzunehmen.

Erste Aktivitäten
Schon am 19. Juli 1945 veranstaltete der neu gegründete Verein das erste Konzert der Wiener Philharmoniker nach dem Krieg: unter Josef Krips spielten diese zugunsten des Wiederaufbaus des Wiener Stephansdoms Bruckners 8. Symphonie. Noch im selben Jahr wurden vier weitere Konzerte dieses Orchesters organisiert. Später stellte die Österreichische Kulturvereinigung Komponisten wie Honegger, Hindemith, Krenek, Bartók, Strawinsky und Schostakowitsch in Konzerten vor.

Bereits im August 1945 wurde unter Dr. Seefehlner als Chefredakteur die erste Ausgabe der Kulturzeitschrift „Der Turm“ als Organ der Österreichischen Kulturvereinigung veröffentlicht. Ebenfalls im August 1945 wurde eine Ausstellung graphischer Werke von Klimt, Schiele und Kokoschka in der „Neuen Galerie“ in Wien präsentiert.

Kontinuierlich auf der Höhe der Zeit
In den folgenden Jahren gab es Ausstellungen, die sich erstmals in Österreich Künstlern wie Manzù, Le Corbusier, Wotruba, Moore und anderen widmeten. Bekannte Schauspieler, darunter so prominente Namen wie Marianne Hoppe, Oskar Werner oder Will Quadflieg, wurden zu Lesungen eingeladen. Vorträge behandelten Themen der Gegenwart in Wissenschaft, Dichtung und bildender Kunst. Dabei kamen die Nobelpreisträger Heisenberg, Hahn, Meitner, Kuhn, von Laue und Butenandt zu Wort. Weiters hielten Arnold Keyserling, Viktor Frankl, Igor Caruso und Daniel Henry Kahnweiler Vorträge. Hindemith, Krenek, Graf und Stuckenschmidt sprachen über moderne Musik, Max Brod über Kafka, Leo Gabriel über Existenzphilosophie sowie Oberth, Sänger und Dolezal über Weltraumfahrt. Zahlreiche Vortragsreihen beschäftigten sich mit zeitbezogenen Themen, wie Atomphysik, Tiefenspychologie, Soziologie, Moderne Kunst, Kunstkritik und Religion. 1951 wurde die Ausstellung „Große Kunst aus Österreichs Klöstern“ im Barockmuseum der Österreichischen Galerie im Unteren Belvedere anläßlich dessen Wiedereröffnung gezeigt. 1958 eröffnete Außenminister Leopold Figl eine große Kokoschka-Ausstellung der Österreichischen Kulturvereinigung im Wiener Künstlerhaus.

Aktiv und modern ins neue Jahrtausend
Nach den Präsidenten Dr. Hans Perntner, Dr. Rudolf Henz, Prof. Herbert Gaisbauer und Hofrat Prof. Dr. Walter Zettel wurde 1993 Sektionschef i.R. Dr. Bernhard Stillfried zum Präsidenten gewählt, der diese Funktion bis kurz vor seinem Tod 2011 innehielt. Das fünfzigjährige Jubiläum feierte die Österreichische Kulturvereinigung 1995 mit Veranstaltungen im Konzerthaus und im Schloß Belvedere. 2012 wurde Botschafter i.R. Dr. Christian Prosl zum neuen Präsidenten der ÖKV gewählt.

Ein kurzer aber informativer Überblick über die Entwicklung der Österreichischen Kulturvereinigung von der Gründung bis 2012 findet sich unter dem Titel „Neuer Wein in alten Schläuchen“ in Ausgabe 1/2012 der CONTUREN, Vierteljahresschrift für Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft. Bis 2014 wurde in den CONTUREN auch ausführlich zu den Wiener Kulturkongressen berichtet, die im Jahr 1995 von Bernhard Stillfried und Theo Faulhaber, dem Herausgeber der CONTUREN ins Leben gerufen worden waren. Seit dem 19. Wiener Kulturkongress im Jahr 2014 werden die Vorträge und Diskussionesbeiträge in eigenen Kongressbänden im renommierten Wieser-Verlag veröffentlicht.

Die Österreichische Kulturvereinigung hat mit ihren Aktivitäten einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau der Kulturszene in Österreich geleistet und sie seither wesentlich beeinflußt. Es war und ist ihr Bestreben, die kulturellen Werte in allen ihren Facettten, Traditionen, Stärken und Widersprüchen zu präsentieren und Wissenschaftler und Kulturträger von Rang zur Mitarbeit einzuladen.

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