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Gehen, denken, philosophieren

ÖKV Förderkreis

2018-06-28
 

Am 27. Juni stand in der vorletzten Veranstaltung der Kulturvereinigung vor der Sommerpause der Zusammenhang zwischen Gehen und Philosophieren im Mittelpunkt. Universitätsprofessor Wilhelm Berger nahm sein Publikum mit auf eine Denkreise durch die Geschichte der Philosophie von Thales bis Deleuze und beleuchtete unter anderem die Frage: Was ist Philosophieren als Tätigkeit? Dabei wurde klar, dass der Akt des Gehens nicht nur das Erfahrene intensiviert, sondern auch eine Art des Philosophierens symbolisiert, welche tiefere Erkenntnisse erst ermöglicht: den Aufbau einer “Landschaft des Denkens”.

In diesem Kontext kontrastierte Prof. Berger zwei philosophische Ansätze: Einerseits jene, welche die von Aristoteles formulierten Denkgesetze (Satz der Identität, Satz vom Widerspruch, Satz vom ausgeschlossenen Dritten) auf die philosophische Wirklichkeit übertragen und durch diesen “Sündenfall” einen “homogenen Denkraum” schaffen, und andererseits, jene Ansätze, welche stattdessen eine prozessuale Realität formen, in der die Landschaft den Gehenden erzeugt: Nietzsche’s Zarathustra konstituiert sich als Subjekt durch Begegnungen anstatt durch starre Rollen festgeschrieben zu sein (etwas ist der Fall oder es ist nicht der Fall, aber nie beides und nie ein Drittes). So kann Philosophie (ähnlich dem Gehen) verketten und verbinden, anstatt nur präexistenten Raum abzugrenzen.

Der Abend endete wie gewohnt mit zahlreichen Fragen und angeregten bilateralen Gesprächen bei einem Glas Wein.

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