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Europa täte es gut, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln

ÖKV Förderkreis

2017-11-10
 

Wendelin  Ettmayer Vortrag ÖKVIm übervollen Vortragssaal der ÖKV setzte sich Wendelin Ettmayer mit den transatlantischen Beziehungen auseinander und stellte fest, dass diese auch in der Vergangenheit immer wieder durch sich abwechselnde Phasen des Verstehens und der wechselseitigen Kritik geprägt waren. Gerade deshalb sei es wichtig, sich auch jetzt nicht durch vorgefasste Meinungen, Ideologien und atmosphärische Störungen in der Wahrnehmung der Wirklichkeit beeindrucken zu lassen, sondern die Fakten zu beachten.

Es gibt keinen Umbruch in den Beziehungen zwischen Europa und den USA, sondern deren Realitäten sind nur deutlicher geworden. Denn die sogenannte Wertegemeinschaft mit den USA sei ein Fiktion, die USA haben immer schon nach der Devise „America first“ gehandelt, was ja legitim sei, aber auch ausgesprochen gehört. Die Weltordnung nach dem 2. Weltkrieg ist nach US-Vorstellungen und zum Schutz ihrer Interessen aufgebaut worden, die sich mit denen Europas weitgehend gedeckt haben. Gleichzeitig sind die USA aber zahlreichen internationalen Abkommen nicht beigetreten und haben sich etwa nicht dem IGH unterworfen. Auch die EU wird nur so lange unterstützt, solange dies nicht amerikanischen Interessen zuwider laufe.

Festzustellen ist allerdings auch, dass sich der Stil der amerikanischen Politik geändert hat. Statt politisch korrekt zu agieren, richtet sich der Präsident per Twitter direkt an das amerikanische Volk in z.T. inakzeptablen Worten. Europa täte es unter diesen Umständen gut, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, schloss Ettmayer.

Nach dem Vortrag diskutierten die Teilnehmer bei Weiß- und Rotwein mit viel Engagement noch bis in die späten Abendstunden.

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