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Die neue Chinesische Seidenstraße

ÖKV Förderkreis

2019-03-25
 

Am 18. März hielt Andreas Breinbauer, Fachhochschul-Professor und Rektor der Fachhochschule des BFI Wien, einen Vortrag zur „Belt and Road Initiative“, auch bekannt als Neue Seidenstraße.

Andreas Breinbauer Vortrag SeidenstraßeSeit 2013 bündelt die von der Volksrepublik China ins Leben gerufene Initiative ein breites Spektrum an Projekten zur Verbesserung von Infrastruktur, Handelsbeziehungen, des Finanzsystems, sowie politischer Kooperation und kulturellem Austausch. Die Kooperation, welche weder zeitlich noch regional eingeschränkt ist und sich auf diese Weise deutlich von ähnlich monumentalen Projekten wie dem Marshall Plan unterscheidet, wird dabei von diversen Interessen geleitet: So geht es China einerseits um die Schaffung von Win-Win Situationen, in denen alle Beteiligten durch die Vertiefung von Handelsbeziehungen profitieren, aber auch um sicherheitspolitische Faktoren und die historische Benachteiligung Chinas in der ökonomischen Weltarchitektur.

In Europa liegt der Fokus der Volksrepublik vor allem im Osten und Südosten des Kontinents, wo sich aktuell Infrastrukturprojekte im Wert von 10 Milliarden Euro in Umsetzung befinden (Autobahnen, Hochgeschwindigkeitszüge, …). Der Hafen von Piräus, welcher sich im Mehrheitseigentum der China COSCO Shipping Cooperation befindet, ist derzeit der weltweit am stärksten wachsende Containerhafen und zentraler Umschlagsknoten für den Seeverkehr zwischen Asien und Europa. Kritisch sieht Rektor Breinbauer die Ideenlosigkeit Europas im Umgang mit der Wirtschaftsmacht China, insbesondere in Bezug auf die Regulierung heimischer Märkte, auf Chinas mangelnde Reziprozität zur Lockerung von Investitionsvorschriften und auf das erklärte Ziel der Volksrepublik, bis ins Jahr 2025 den Marktanteil chinesischer Produktionskomponenten an Hightech-Geräten auf 70% zu steigern („Made in China 2025“).

Zum Abschluss präsentierte Rektor Breinbauer Daten zur Wahrnehmung der Neuen Seidenstraße unter österreichischen Logistikmanagern. Ebenso wie zahlreiche Fragen und Kommentare aus dem Publikum verdeutlichen diese die besondere Bedeutung der Initiative im Auge der breiten Öffentlichkeit. Der Abend endete wie gewohnt mit Gesprächen bei einem Glas Wein.

Text: Tobias Salfellner
Bilder: Maria Dippelreiter

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