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Die Kunst wird ihre Wurzeln nicht los

ÖKV Förderkreis

2019-10-16
 

Am 14. Oktober sprach der Kunsthistoriker Dr. Tibor Szabó im Saal der Kultuvereinigung zur hochkomplexen Frage „Warum es bildende Kunst (noch immer) gibt?“ – einer auf den ersten Blick philosophischen Fragestellung, deren Beantwortung man sich allerdings auch aus historischer Perspektive nähern kann.

Dr. Tibor SzabóMit reichem Wissen an historischen Fakten beschrieb Dr. Szabó, wie die bildende Kunst, welche der Erfindung der Schrift mit Werken der Höhlenmalerei und Artefakten wie der Venus von Willendorf historisch vorausgeht, als urtümliche Schreibform zur Weitergabe religiöser Inhalte eingesetzt wurde. Jedes Werk, vom Altertum bis heute, reiht sich dabei nahtlos als Glied in eine Kette aller Kunstwerke ein und ist stets Reaktion oder Gegenreaktion auf seine Vorgänger. In den Worten von Dr. Szabo, „Die Kunst wird ihre Wurzeln nicht los“, wie man nicht zuletzt anhand der erstaunlichen Parallelen zwischen Weihnachtspullovern und Umhängen nordischer Schamanen sehen kann.

In der Kette der Kunstwerke spielt vor allem das Symbol eine bedeutende Rolle, da es den Konnex zwischen zwei Welten schafft: es verweist von der sichtbaren, natürlichen Welt auf das Unsichtbare oder das Übernatürliche. Kunst ist also „etwas Geistiges“, mit tiefen Wurzeln in der Geschichte der Menschheit, aber auch der Psychologie der Menschen – eine Erkenntnis, welche die große Bestürzung und Hilflosigkeit auf die Zerstörung bedeutender Kunstwerke erklären kann.

Ganz ohne Bestürzung, dafür mit zahlreichen Fragen und einem Glas Wein, endete der Abend in der Kulturvereinigung.

Bilder: Maria und Michael Dippelreiter
Text: Tobias Salfellner

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