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Das integrative Österreich stimmt optimistisch

ÖKV Förderkreis

2018-03-13
 

Am 12. März referierte der ehemalige Botschafter und Generalkonsul Dr. Michael Breisky unter dem Titel "The Austrian Mind im 21. Jahrhundert" über das im heutigen Österreich besonders stark vertretene integrative Denken und dessen Wurzeln in Kultur, Sprache, Gegenreformation sowie dem Vielvölkerstaat.

Michael BreiskyUnterhaltsam und informativ vorgestellt von Dr. Emil Brix, dem Direktor der Diplomatischen Akademie Wien, begann Botschafter Breisky mit einer kritischen Bestandsaufnahme des nationalen und internationalen Status Quo, in dem trotz allgemeinen Wohlstandes bewährte Erfolgsprinzipien zunehmend an Wirkung verlieren. Gute Ideen wurden bis in den Exzess getrieben und führten in ihrer Maßlosigkeit zum allgemeinen Vertrauensverlust. Insbesondere das übersteigerte Effizienzdenken brachte mangelnde Resilienz, eine Reduktion der aktiven Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Umständen. 

Doch es besteht Hoffnung, denn der "Austrian Mind", wie Botschafter Breisky den österreichischen Geist in Anlehnung an das Werk des Historikers William M. Johnston nennt, zeichnet sich besonders durch seine nicht-lineare Denkweise aus, welche in Situationen mit scheinbar unauflösbaren Gegensätzen einen Weg aus der Alternativlosigkeit aufzeigen kann. Seine Ausführungen belegte Botschafter Breisky nicht nur mit zahlreichen historischen Beispielen, sondern auch makroökonomischen Daten und der einen oder anderen heiteren Anekdote.

Ergänzt wurde Dr. Breiskys Vortrag durch Kommentare von Prof. Paul Tarmann zum kaum erforschten “Austrohumanismus” und möglichen ethischen Implikationen, welche sich aus der österreichischen Denkweise ableiten lassen. Nach zahlreichen Fragen und Kommentaren aus dem Publikum endete der Abend wie gewohnt bei einem Glas Wein.

Bilder: Maria Dippelreiter

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