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Briefe aus Grado

ÖKV Förderkreis

2018-05-16
 

Als „Power Frau“ der Jahrhundertwende bezeichnete Christine Casapicola die Briefschreiberin Emma Auchentaller, welche zwischen 1900 und 1912 über 500 Briefe aus Grado an ihre Eltern richtete.

Emma Auchentaller beschrieb darin nicht nur ihren Kampf um Investitionen auf der unterentwickelten Insel, deren Potenzial sie früh erkannte, sondern schilderte auch hautnah die Menschen auf der sich langsam öffnenden Insel, sowohl die einheimischen als auch die angereisten Gäste aus der Wiener Kunst- und Kulturszene der Zeit.

Der Aufschwung begann mit dem Erschließen einer Trinkwasserquelle 1901. Die umtriebige, rastlose Emma baute ihre „Pension Fortino“, gründete eine Schule, aber auch die Freiwillige Feuerwehr, errichtete eine Dampfwäscherei und war vielfältig sozial engagiert, während ihr sie stets unterstützender Mann, der in Wien auf Augenhöhe mit Klimt in der Sezession ausgestellt hatte, für die Pension Bild um Bild malte und ihr zur Verfügung stellte. Österreich lag damals am Meer…

Christine Piccola brachte in ihrem Vortrag über die „Briefe aus Grado“ dem Publikum in fesselnder Weise die Menschen der Insel nahe, erzählte über ihre umfassende Recherche und ihren Kampf mit der Kurrentschrift, die sie sich nach und nach angeeignet hatte.

Es war ein vergnüglicher, vielleicht auch etwas nostalgischer Abend, der wie immer mit angeregten Gesprächen bei einem Glas Wein zögerlich sein Ende fand.

Text: C. Prosl
Bilder: Michael Dippelreiter

 

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