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20. Wiener Kulturkongress

2015-11-13
 
Der 20. Kulturkongress widmete sich dem spannenden Verhältnis von „Individuum und  Gesellschaft“. Er führte uns von der Empfehlung, auf dem Weg zu einem aktiven, selbstständigen Selbst  „Vater und Mutter als Ratgeber“ (Prof. Jutta Ecarius, Köln) zu sehen bis zur Erkenntnis, wie wichtig das Wohlbefinden („Well-being“) in der Familie für die Entwicklung von Persönlichkeit ist.
 
Prof. Christian Aigner (Innsbruck) unterstrich mehr als einmal, dass Kinder Männer (als Männer!) brauchen und hob die Bedeutung der „Triangulierung“, also des Dreiecksverhältnisses zwischen Kind, Mutter und Vater hervor. Das „wilde Spiel“ der Söhne mit den Vätern dient nicht zuletzt der Affektregulierung…
 
Claudia Hartl, Jutta Ecarius,
Maria Dippelreiter, Christian Aigner
Christian Aigner, Claudia Hartl, 
Jutta Ecarius, Maria Dippelreiter
 
Claudia Hartl präsentierte eine interessante Studie über die Entwicklung von geschlechtsbezogenen Schemata im Kindesalter, während Birgit Hartel (Charlotte-Bühler Institut) unterstrich, wie notwendig wir ein Gegenüber brauchen, um uns ein Bild von uns selbst zu machen. Zentral ist die Selbstbestimmung des Menschen in seinem Anspruch auf Partizipation und auf Übernahme von Verantwortung.
 
Claudia Hartl, Jörg Schielin, 
Michael Dippelreiter, Michael Schratz
Michael Schratz, Claudia Hartl,
Michael Dippelreiter, Jörg Schielin
 
 
KR Jörg Schielin (Spar AG) stellte die beeindruckenden Leistungen der „Spar-Akademie“ in der beruflichen, menschlichen und Persönlichkeitsentwicklung der jungen Lehrlinge vor. Prof. Michael Schratz (Innsbruck) bedauerte den niedrigen Stellenwert der Lehrer und Lehrerinnen in unserer Gesellschaft, seien sie doch die Architekten der Zukunft. Ziel des Unterrichts /der Erziehung ist Qualifikation, Sozialisierung und Subjektwerdung, und damit die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft („Ability to respond – responsibility“). Dazu ist eine Resonanz zwischen Schüler und Lehrer erforderlich – dann sind auch Schulen „Treibhäuser der Zukunft.“
 
MR Maria Dippelreiter befasste  sich mit Resilienz, der „inneren Stärke“. Resilienz ist eine in einem langen Prozess erworbene Kontrollüberzeugung, sie ist eine Fähigkeit zur Selbstbestimmung über sein eigenes Schicksal. Wir müssen seit frühester Kindheit lernen, „auch mit einem schlechten Blatt ein gutes Spiel zu machen“. Dazu ist aber vor allem die sichere Bindung von Kindern notwendig.
 
Marcus Bergmann, Maria Dippelreiter,
Meinhard Trummer
Marcus Bergmann, Maria Dippelreiter,
Meinhard Trummer
 
 
Dir. Meinhard Trummer legte den Schwerunkt auf die soziale Funktion des Sports. Um Spitzensportler/in zu werden braucht es heute neben Talent ein entsprechendes Umfeld (bedingungslose Unterstützung der Familie!), die rechte Ernährung, eine angemessene Freizeitgestaltung, eine gute körperlich und psychologische Entwicklung, aber auch einen ordentlichen Verein und etwas Glück!
 
Vom Glück in der Schule sprach die „Lehrerin aus Begeisterung“ Sissy Dittrich (St. Pölten) in ihrem Bericht vom „Schulfach Glück“, wo Kinder die Schule  tatsächlich als Ort des Glücks erleben können. Zum Abschluss erläuterten Tobias Neuburger (Innsbruck) und Bernd Waß (Direktor der Academia Philosophia, Salzburg / Wien) die extremen Pole des Individualismus und des Kollektivismus, zwischen denen sich Gesellschaften ambivalent entwickeln.
 
Sissy Dittrich, Bernd Waß,
Tobias Neuburger, Rudolf Mitlöhner
Sissy Dittrich, Tobias Neuburger,
Bernd Waß, Rudolf Mitlöhner
 
 
Einerseits befreite sich das Individuum im Laufe der Geschichte aus der Knechtschaft der Gesellschaft, andrerseits kann die Gesellschaft lediglich als Mittel zum persönlichen Wohlergehen gesehen werden.  Inwieweit der Austausch zwischen beiden im beiderseitigen Interesse funktioniert, hängt von den jeweiligen Einstellungen und dem Umfeld ab.
 
Die Ergebnisse des Kongresses werden nächstes Jahr wieder in Buchform erscheinen.
 
Alle Fotos: Ernst Weingartner
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